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Über dreihundert Briefe schreibt Gerhard Becker aus dem 2. Weltkrieg
an seine Familie. Als er im März 1945 an der Ostfront fällt, ist sein
Sohn gerade einmal 17 Tage alt. Sie werden sich nie kennenlernen. Über
sechzig Jahre dauert es, bis der Sohn und seine beiden älteren
Schwestern erstmals diesen einmaligen Schatz in ihren Händen halten.
In
einer außergewöhnlich einfühlsamen Sprache, manchmal mit
hintergründigem Humor, gelegentlich leicht sarkastisch, schreibt der
Landwirt, Maurer und Waldarbeiter aus der Eifel über die fast
verzehrende Liebe zu seiner Frau und zu seinen Kindern, über die
Menschen in seiner Nähe, die Ereignisse an der Front, seine Ängste und
die Hoffnung auf Frieden sowie die sich anbahnende Katastrophe. Die
Briefe, die berühren, sind spannend zu lesen und bieten ein
abgerundetes Bild von der weitsichtigen Lebensweisheit, mit der ihr
Verfasser gegen die Trennung von seiner Familie anschreibt. Sie bilden
in ihrer Gesamtheit ein eigenständiges zeitgeschichtliches Dokument.

Brief von Gerhard Becker (siehe auch Faksimile)
Gerhard Becker, dessen Briefe auch das reflektieren, was seine Frau ihm mitteilt, schreibt über das werdende dritte Kind. In einem Wechselbad der Gefühle liest Gerhard Becker jun. die Briefe seines Vaters und erinnert sich daran, was dieser doch alles für ihn bedeutet hat. Neben den Erzählungen der Mutter erhält der Sohn erstmals einen eigenen Einblick in die Seelen- und Gedankenwelt des Vaters. Das Buch enthält Begleittexte des Sohnes über die Lebensstationen, über die Familie und letztlich über den Tod des Vaters, wie es ohne ihn mit der Familie weiterging und wie er trotzdem immer gegenwärtig war.